Fernbusse in der Schweiz

Fernbusse in der Schweiz

Fernbusse in der Schweiz

Fernbusse und die Schweiz – eine Geschichte voller Missverständnisse? Bislang zumindest halten die Argusaugen des Bundesamts für Verkehr den schweizerischen Fernbusmarkt, zumindest auf nationalen Verbindungen, streng unter Kontrolle! In unserer Übersicht verraten wir dir alles vom derzeitigen Angebot der verschiedenen Busanbieter über das Fernbus-Streckennetz bis hin zu Fun Facts, Busrekorden und einer Geschichte des Busfahrens. Dich erwarten
  • die schweizerischen Fernbus-Anbieter
  • die Fernbus-Situation in der Schweiz
  • die beliebtesten Fernbus-Ziele und -Strecken
  • Fun Facts zum Thema Busreisen
  • imposante Rekorde rund um den Bus
  • die Geschichte des Busfahrens
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    In der Schweiz aktive Fernbus-Anbieter

     

     

    Der Fernbus-Markt in der Schweiz (internationale Verbindungen)

     

    Fernbus-Verbindungen zwischen der Schweiz und anderen europäischen Ländern gibt es von verschiedenen Anbietern, die du oben in unserer Liste findest – darunter mehrere Anbieter, die mit den omnipräsenten grünen Flixbussen unterwegs sind. Seit Jahren schon kannst du so etwa von Deutschland, Frankreich, Italien und vielen weiteren Ländern aus insbesondere die grösseren Städte der Schweiz ansteuern. Und natürlich umgekehrt! Dabei sind Reisen mit dem Fernbus in und aus der Schweiz auf dem Vormarsch: Die Zahl der Flixbus-Passagiere mit Start oder Ziel in der Schweiz hat sich nach Unternehmensangaben etwa im 1. Halbjahr des Jahres 2018 um mehr als 50 % erhöht.[1] Unsere Übersicht weiter unten zeigt dir, in welchen Städten der Schweiz du die grösste Auswahl an Fernbus-Strecken und -Anbietern hast.

     

    Der Fernbus-Markt in der Schweiz (nationale Verbindungen)

     

    Ein kleiner Aufschrei ging durch die Schweiz, als Domo Reisen im Februar des Jahres 2017 grünes Licht vom Bund bekam, auch innerhalb des Landes Fernbus-Verbindungen anzubieten! Der strengregulierte Fernbusmarkt in der Schweiz getreu dem Prinzip, dass den SBB keine Konkurrenz gemacht werden darf, wird dadurch aber nicht völlig freigegeben, jeder Anbieter muss eine Konzession des Bundesamtes für Verkehr vorweisen können – und die ist an konkrete und nicht ganz billige Bedingungen geknüpft:


  • Gesetzliche Bestimmungen müssen eingehalten werden, das überrascht nicht wirklich.
  • Die Fernbus-Betreiber sind verpflichtet, branchenübliche Löhne zu zahlen – da wird Dumping-Preisen schon ein erster Riegel vorgeschoben.
  • Alle Busse müssen behindertengerecht sein, Doppelstockbusse brauchen eine behindertengerechte Toilette. So steigen die Anschaffungskosten erheblich.
  • Getreu den Schweizer Verbundtarifen müssen Inhaber*innen von Halbtax-Abos und Generalabonnements die Ermässigungen (50 bzw. 100 %) auch im Fernbus in Anspruch nehmen können.

  • Ganze 5 Tage, bevor Domo Reisen, mittlerweile von Eurobus gekauft, den Fernbus-Betrieb aufnehmen wollte, kam ein Deal mit Flixbus zustande: Der Branchenriese darf selbst (noch) keine Tickets für Fernbusfahrten ausschliesslich innerhalb der Schweiz anbieten, vertreibt die Tickets aber für Eurobus. Zu Beginn testete Eurobus 4 Linien mit 40 Haltestellen (als Umsteigepunkt fungiert Rothrist), nach wenigen Monaten dann gab es erste Anpassungen: Die Teilstrecken zwischen Chur und Zürich sowie zwischen Martigny und Sitten wurden aufgegeben, dazu kam hingegen eine neue Direktverbindung zwischen Zürich und Luzern. Als Umsteigeknoten sämtlicher Linien ist nun Zürich in Kraft. Und so sehen die 3 Hauptstrecken konkret aus:


    1. von St. Gallen über Winterthur, Zürich und Lausanne bis zum Genfer Flughafen
    2. von Chur über Zürich, Montreux und Martigny nach Sitten
    3. von Zürich über Basel nach Lugano

    Bewegung in den innerschweizerischen Fernbusmarkt kam noch einmal im Oktober 2018, als „Dr. Richard“, in der Schweiz unterwegs als Albus Zürich, Konzessionen für den Betrieb von 4 Strecken beantragte. Das ganz grosse Geschäft scheinen Schweizer Inlandfernbusse derzeit aber dennoch nicht zu sein – Roger Müri, Leiter Fernbus von Eurobus konstatierte im Oktober 2018: „Die Auslastung ist noch nicht da, wo wir sie gerne hätten.[2]

     

    Die beliebtesten Fernbus-Ziele und -Strecken

     

    Strecken in der Schweiz

    Im „Bahnland“ Schweiz ist die Frage, welche Strecken denn am liebsten und häufigsten mit dem Fernbus zurückgelegt werden, besonders interessant. Wir haben uns einmal, alphabetisch geordnet, umgeschaut:

     

    Basel ↔ Bellinzona

    Bellinzona ↔ St. Gallen

    Bern ↔ Sitten

    Lugano ↔ Zürich

    Basel ↔ Bern

    Bellinzona ↔ Winterthur

    Bern ↔ Zürich

    Luzern ↔ Lugano

    Basel ↔ Luzern

    Bellinzona ↔ Zürich

    Freiburg im Leuchtland ↔ Zürich

    Luzern ↔ Winterthur

    Bellinzona ↔ Lugano

    Bern ↔ Freiburg im Leuchtland

    Genf ↔ Genf Flughafen

    Luzern ↔ Zürich

    Bellinzona ↔ Luzern

    Bernd ↔ Genf

    Lugano ↔ Winterthur

    Winterthur ↔ Zürich

     

    Wichtige Fernbus-Knotenpunkte

    Grosse Überraschungen gibt es bei der Antwort auf die Frage, welche Städte in der Schweiz über die meisten Fernbus-Verbindungen sowie auch über die grösste Anzahl von Busanbietern verfügen, nicht. Vorhang auf für die 9 wichtigsten Fernbus-Städte der Schweiz:

     

    1. Zürich: 103 Strecken, 12 Anbieter
    2. Bellinzona: 83 Strecken, 6 Anbieter
    3. Basel: 77 Strecken, 8 Anbieter
    4. Lugano: 76 Strecken, 6 Anbieter
    5. Luzern: 73 Strecken, 5 Anbieter
    6. Gallen: 72 Strecken, 6 Anbieter
    7. Genf: 67 Strecken, 9 Anbieter
    8. Winterthur: 64 Strecken, 5 Anbieter
    9. Chur: 61 Strecken, 4 Anbieter

     

    Fun Facts zum Thema Busreisen

     

    Alle auf der Hut im Bus?

    Es gilt als gesichert, dass das Wort „Bus“ sich aus dem Lateinischen ableitet, wobei die Langform „Omnibus“ die schöne Bedeutung „für alle“ hat. Eine Alternativtheorie hingegen gibt es auch – die dreht sich um einen französischen Hutmacher: Der Herr mit dem klangvollen Namen „Omnes“ wohnte angeblich an einer der ersten Bushaltestellen seines Landes und prägte damit auf unerklärliche Art und Weise den Namen des Gefährts. Etwas mehr Glaubwürdigkeit besitzt die These, dass es diese Geschichte ist, die das Konzept des „French Pun“ etablierte, eines komplett humorfreien Witzes.[3]

     

    Gross ≠ viel

    Flixbus, der Branchenriese auf dem Fernbusmarkt, hat selbst nur einen einzigen Bus. Alle Busse, die du jemals im grünen Flixbus-Design auf der Strasse hast fahren sehen, gehören aller Wahrscheinlichkeit nach zu den mehr als 300 mit Flixbus verbundenen Busbetrieben.[4]

     

    Warum fliegen, wenn man fahren kann …

    Londoner Busse transportierten im Ersten Weltkrieg nicht nur Menschen, sie brachten teils auch Brieftauben an ihr Ziel![5]

     

    Sicher ohne Gurt

    Amerikanische Schulbusse verzichten absichtlich auf Sicherheitsgurte für ihre kleinen Passagiere, begründet wird das mit der höheren Sicherheit! Durch die besonders hohen Lehnen sollen die Schulkinder im Falle eines Unfalles geschützt sein wie Eier im Eierkarton, da braucht man sich ja nun wirklich nicht noch anzuschnallen.[6]

     

    Rekorde rund um den Bus

     

    Grösser!

    • Die Autotram Extra Grand wird Schwierigkeiten haben, um enge Kurven zu kommen – in dem unglaubliche 30 m langen Ungetüm finden 256 Fahrgäste Platz![7]

    • Der Gigant unter den strassentauglichen Bussen dieser Welt ist der Neoplan Jumbocruiser, der theoretisch bis zu 144 Reisenden Platz bietet, in der Praxis aber (durch verschiedene Einbauten) eher 110.[8]
    Schneller!
    • Als schnellster Bus der Welt gilt der VW T5 TH2R2 mit mehr als 310 km/h Spitzengeschwindigkeit. Tempo 100 im Bus erreicht er, da setzt man sich doch besser hin, nach nur 4,4 Sekunden.[9]
    • Ein Geschwindigkeitsrekord der etwas anderen Art entstand mithilfe von Paul Stender aus Indianapolis: Dieser verschmolz einen Schulbus und den Motor eines Kampfflugzeugs zum mehr als 590 km/h schnellen Busmonster! Bei seiner ersten Fahrt war der Bus trotzdem 10 Minuten zu spät.[10]
    Weiter!
    • Schon 30 Jahre ist die längste Busreise der Welt her, zu der im Jahr 1988 drei Londoner aufbrachen. Es sollte mehr als ein Jahr dauern, bis sie zurückkehrten – unterwegs waren sie unter anderem in Rio de Janeiro, Los Angeles, Mailand und Hamburg.[11]
    • 6, 1 m? Das klingt jetzt nicht wirklich beeindruckend – ausser, man bedenkt, dass diese Rekord-Busfahrt auf dem alleinigen Antrieb vom Briten Manjit Singh beruhte. Der zog den Bus mit einem Seil, das ausschliesslich an seinen Ohren festgemacht war.[12]
    • Die längste Busstrecke der Welt meint vermutlich jeder von uns schon einmal zurückgelegt zu haben (gefühlt zumindest), eigentlich aber führt sie von Brasilien nach Peru, also einmal komplett quer durch Südamerika. Für die 6200 km braucht man Sitzfleisch, unter 102 Stunden ist das im Bus nicht zu schaffen![13]
    Mehr!
    • Wer hätt‘s gedacht: Das grösste Mosaik aus Bussen entstand in den vereinigten Arabischen Emiraten: anlässlich des 43. Nationalfeiertag bildeten dabei 156 Busse die vierfarbige Flagge des Landes.[14]

     

    Eine kleine Geschichte des Busfahrens[15][16][17]

     

    1662

    Erste Pferdeomnibusse sind nachweislich in Frankreich unterwegs.

    1825

    Simon Kremser für den gleichnamigen Pferde-Omnibus für bis zu 20 Fahrgäste ein.

    1847

    Fünf innerstädtische Pferdeomnibus-Linien läuten in Berlin den öffentlichen Verkehr ein.

    1830er

    Grossbritannien setzt die ersten Dampfomnibusse ein, in London beginnt der Betrieb im April 1833.

    1849

    Der Aufbau des schweizerischen Pferdepostnetzes beginnt, dessen letzter Vertreter noch heute auf der Gotthard-Passstrasse unterwegs ist.

    1895

    Der erste Bus, der mit flüssigem Kraftstoff angetrieben wird, feiert seine Premiere auf der Strecke zwischen Siegen und Netphen. Optisch ist auch dieser Bus einer geschlossenen Kutsche immer noch sehr ähnlich. Der von Carl Benz stammende Motor verfügt über für damalige Verhältnisse beachtliche fünf PS.

    1906

    In der Schweiz werden erstmals Postautos zur Personenbeförderung eingesetzt, diese sind bis heute fester Bestandteil des Verkehrskonzeptes.

    1923

    Durch die Rezession steigen auch die Busticket-Preise – in Berlin kostet eine Fahrt mit dem Pferdeomnibus etwa 150 Milliarden Papiermark.

    1950er

    Die Gebrüder Ludewig entwickeln Anderthalbdecker, in die deutlich mehr Fahrgäste passen.

    1968

    Die Schweizer Einheit-Karosserie wird eingeführt, in erster Linie aus Gründen der Kostenersparnis.

    1980er

    Die Anderthalbdecker müssen wieder weichen, kostengünstigere Gelenkbusse beherrschen den Busmarkt.

    2003

    Postauto befördert erstmals mehr als 100 Millionen Passagiere pro Jahr.

     

     

    [1] NZZ.ch: Flixbus durch die Hintertüre auf den Schweizer Markt, abgerufen am 20.12.2018

    [2] Tagesanzeiger.ch: Österreicher drängen in Schweizer Fernbusmarkt, abgerufen am 20.12.2018

    [3] Daveycoach.com: 5 Fun Facts About Buses, abgerufen am 20.12.2018

    [4] morgenpost.de: Flixbus will Daten statt Busse, abgerufen am 20.12.2018

    [5] Express.co.uk: Top 10 facts about buses, abgerufen am 20.12.2018

    [6] Cbc.ca: Surprising stuff you didn’t know about school busses, abgerufen am 20.12.2018

    [7] Welt.de: Das ist der längste Bus der Welt, abgerufen am 20.12.2018

    [8] Wikipedia: Neoplan Jumbocruiser, abgerufen am 20.12.2018

    [9] Evocars-Magazin: VW T5 TH2RS, abgerufen am 20.12.2018

    [10] Daveycoach.com: 5 Fun Facts About Buses, abgerufen am 20.12.2018

    [11] Checkmybus: Die kuriosesten Bus-Rekorde der Welt, abgerufen am 20.12.2018

    [12] Checkmybus: Die kuriosesten Bus-Rekorde der Welt, abgerufen am 20.12.2018

    [13] n-tv.de: Längste Busstrecke der Welt eröffnet, abgerufen am 20.12.2018

    [14] Checkmybus: Die kuriosesten Bus-Rekorde der Welt, abgerufen am 20.12.2018

    [15] Wikipedia: Omnibus, abgerufen am 20.12.2018

    [16] U-Bahn.Jimdo.com: Bus Geschichte, Daten, Statistiken, abgerufen am 20.12.2.018

    [17] Geschichte-Schweiz.ch: Verkehr, abgerufen am 20.12.2018

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